Der hallux rigidus

Der hallux rigidus

Der Hallux rigidus - ein typisches Männerproblem
Beim Hallux rigidus handelt es sich um eine fortschreitende Arthrose im Großzehengrundgelenk. Diese geht mit einer Bewegungseinschränkung einher, um nach vielen Jahren in einer Steifheit zu enden (rigidus=steif). Männer sind sehr viel häufiger betroffen als Frauen. Bei Frauen bildet sich dafür öfter ein Hallux valgus, eine Abweichung der Großzehe zur Außenseite, was dann aber auch zur Ausbildung einer sog. sekundären Arthrose führen kann.
Schicksalsbedingt kommt es zu einem Knorpelverschleiß am Großzehengrundgelenk. Eindeutige Ursachen konnten bisher keine gefunden werden. Überlastungsmikrotraumen werden als Ursache diskutiert. Hohe Vorfußbelastungen, Fußdeformitäten und Stoffwechselerkrankungen (Gicht, Rheuma) können eine prädisponierende Rolle spielen. Da das Knorpelgewebe ein nicht regenerationsfähiges Gewebe bildet, schreitet der Knorpelschaden, einmal aufgetreten, immer weiter fort. Im gleichen Maße nimmt die Beweglichkeit im betroffenen Großzehengelenk ab und die Schmerzen beim Abrollen zu. Zudem bilden sich Knochenwucherungen an beiden Gelenkpartnern, was wiederum zur Bewegungseinschränkung und schmerzhaften Entzündungen beiträgt.
Der Schmerz wird durch eine Entzündung verursacht die auftritt, wenn der Vorfuß zu stark belastet wird. Bedingt durch den beschädigten Knorpelbelag, kommt es zu einer vermehrten Reibung im Gelenk und so wiederum zu schmerzhaften Entzündungen der Gelenkschleimhaut.
Die Behandlung ist stadienabhängig und zunächst immer konservativ.
Zum einen kann die Entzündung mit entzündungshemmenden Medikamenten (z.B. Diclofenac, Ibuprofen) bekämpft werden, zum anderen kann mit orthopädischen Maßnahmen die Gelenkbelastung vermindert werden. Einlagen mit einer Metallverstärkung unter dem ersten Strahl (Rigidusfeder) führen dazu, dass das Großzehengelenk beim Abrollen durch die Schienenfunktion nicht abgeknickt und so geschont wird. Abrollhilfen an den Sohlen im Vorfußbereich (Ballenrolle) tragen auch dazu bei, dass das Gelenk beim Gehen weniger belastet wird.
Wenn die geschilderten konservativen Maßnahmen nicht zur erwünschten Beschwerdelinderung führen, kann eine operative Therapie erfolgen.
Ist die Arthrose noch nicht so stark ausgeprägt, wird eine sogenannte Cheilektomie durchgeführt. Hierbei werden Knochenwucherungen und ein Teil der geschädigten
Wenn die Arthrose weiter fortgeschritten ist, gibt es zwei Optionen. Entweder das arthrosebehaftete Gelenk wird versteift, was auch der natürliche Verlauf ist, oder es wird eine künstliche Gelenkfläche eingebracht.Gelenkfläche entfernt, um dem Gelenk einen größeren Bewegungsumfang zu erlauben.
Die Versteifung führt zu sehr guten Ergebnissen, insbesondere bei Männern. Damit die beiden Knochenflächen miteinander verwachsen können, darf der Vorfuß sechs Wochen lang nicht belastet werden. Einmal ausgeheilt kann man nach spätestens 3 Monaten wieder weitgehend schmerzfrei laufen.
Die andere Alternative ist die Gelenkfläche am Mittelfußköpfchen zu ersetzen und alle Knochenwucherungen zu entfernen. Die künstliche Gelenkfläche besteht aus einer Metalllegierung in Form eines Knopfes und wird mit einer in den Knochen eingebrachten Schraube verklemmt. Man darf nach dieser Operation sofort belasten. Hier sind die Ergebnisse besser bei Frauen. Auch das Tragen von höheren Absätzen ist dann wieder möglich, wobei das Gelenk allerdings nicht mehr den vollen Bewegungsumfang erreicht.
Die verschiedenen Behandlungsoptionen können individuell mit dem Patienten abgestimmt werden. In unserer speziellen Fußsprechstunde können wir Sie umfassend beraten.
Dr. Heino Kniffler

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